Medienberichte und Publikationen rund um Fahrräder, Pedelecs, Technik und Sicherheit

Die häufigsten Sicherheitsrisiken, die uns in der täglichen Arbeit rund um Fahrrad-Sicherheit, -Technik und -Bedienungsanleitungen auffallen, publizieren wir auch in Artikeln in den führenden Fachmagazinen TOUR – Europas Rennrad-Magazin Nr. 1, BIKE – Das Mountainbike Magazin Europas Nr. 1 und E-Bike – Das Pedelec-Magazin, um diese für die Branche wichtigen Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch weitere Fach- bzw. Branchenzeitschriften sowie immer häufiger Radio und Fernsehen zitieren uns in ihren Medienberichten und zeigen uns, dass wir mit unseren Hinweisen genau richtig liegen.

In der Rubrik AKTUELL erfahren Sie laufend alle Neuigkeiten aus unseren Fachbereichen. Diese Berichte und Publikationen sortieren wir für Sie chronologisch bzw. nach Interessensgebieten.

TOUR 10/2016

Alu-Komponenten nach Sturz tauschen?

Leserfrage

Mit besonderem Interesse habe ich das Interview mit Dirk Zedler zur Sicherheit gebrauchter Räder in lhrer August-Ausgabe gelesen. Denn nach vielen unfallfreien Jahren hat es mich nun auch erwischt. Ich bin mit relativ hoher Geschwindigkeit einem Autofahrer aufgrund dessen plötzlicher Vollbremsung ins Heck gefallen. Äußerlich ist am Rad nichts zu erkennen, der Rahmen (Alu!) wurde vermessen und ist nicht verzogen. Klar ist, dass die vordere Vollcarbongabel zur Sicherheit getauscht werden muss. Meine Frage betrifft nun Alu-Lenker und -Vorbau. Mein Pinarello Galileo ist von 2008. Da die neue Gabel bereits nicht ganz billig sein wird, frage ich mich, ob ein Austausch von Lenker und Vorbau nötig ist. Müssten Schäden daran nicht direkt erkennbar sein? Oder droht das Alu wirklich plötzlich mitten in der Fahrt entzweizubrechen?

Es antwortet Dirk Zedler, TOUR-Technikexperte und Fahrrad-Sachverständiger

Zuallererst hoffe ich, dass es Ihnen selbst nach Ihrem Unfall wieder gut geht! Und was die Komponenten betrifft: Man muss zwischen Schäden durch Überlast und Schäden durch mehr oder weniger gleichmäßige Belastungen unterscheiden. Letztgenannte nennt man Ermüdungsbruch; sie können plötzlich zu einem Zeitpunkt auftreten, wenn keiner damit rechnet. Dabei spielen alle Beanspruchungen, die ein Fahrradbauteil Zeit seines Lebens erleidet, eine Rolle, denn der Werkstoff hat ein "Gedächtnis". Neben den üblichen Fahrbelastungen wie etwa durch Überfahren von Kopfsteinpflaster, Schlaglöchern oder Kanaldeckeln ist bei vielen Komponenten wie auch dem Lenkervorbau die Interaktion des Fahrers entscheidend. Ein Wiegetritt zum Beispiel belastet Lenker und Vorbau enorm. Im Ergebnis ermüden Bauteile, und solche aus Aluminium neigen nach einer gewissen Zeit zum Versagen. Wann dieses Versagen eintritt, hängt von Konstruktion, Fertigung und Pflege sowie Einsatz ab. In einem Fall wie Ihrem rate ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Sachverständiger grundsätzlich, auf Nummer Sicher zu gehen und die Bauteile zu tauschen. Wenn Sie auf ein Auto auffahren, stützen Sie sich über Lenker und Vorbau ab, weshalb diese definitiv eine Last erfahren, die über dem üblichen Gebrauch liegt. Auch wenn die Bauteile nicht verbogen sind, "merkt" sich der Werkstoff diese sehr hohe Belastung und kann irgendwann versagen.

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