Medienberichte und Publikationen rund um Fahrräder, Pedelecs, Technik und Sicherheit

Die häufigsten Sicherheitsrisiken, die uns in der täglichen Arbeit rund um Fahrrad-Sicherheit, -Technik und -Bedienungsanleitungen auffallen, publizieren wir auch in Artikeln in den führenden Fachmagazinen TOUR – Europas Rennrad-Magazin Nr. 1, BIKE – Das Mountainbike Magazin Europas Nr. 1 und E-Bike – Das Pedelec-Magazin, um diese für die Branche wichtigen Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch weitere Fach- bzw. Branchenzeitschriften sowie immer häufiger Radio und Fernsehen zitieren uns in ihren Medienberichten und zeigen uns, dass wir mit unseren Hinweisen genau richtig liegen.

In der Rubrik AKTUELL erfahren Sie laufend alle Neuigkeiten aus unseren Fachbereichen. Diese Berichte und Publikationen sortieren wir für Sie chronologisch bzw. nach Interessensgebieten.

Eurobike Show Daily 2008 – Demo Day

CEN TC 333 steht für sicheres Fahrradfahren

Europäische Fahrradnormen

LUDWIGSBURG – Was hat man von gemeinsamen europäischen Fahrradnormen? Zum einen, dass die Unterscheidung zwischen nationalen Normen zu großer Verwirrung führt.

Dirk Zedler, Gründer und Geschäftsführer des Ingenieur- und Sachverständigenbüro für Fahrradtechnik Zedler

Hersteller, die ihre Produkte auf dem internationalen Markt verkaufen, müssen dafür sorgen, dass ihre Produkte den gesetzlichen Produktsicherheitsanforderungen und den Qualitätskriterien entsprechen. Vereinheitlichte europäische Normen werden nicht nur den EU-Markt stimulieren, sondern auch den Fahrradhandel weltweit.

Die neuen europäischen Fahrradnormen schaffen Mindestqualitätsstufen für Fahrradprodukte. Das Technische Komitee des CEN (TC) 333 "Fahrräder" hat bereits fünf Fahrradnormen (für City-/Trekking-Bikes, Kinderfahrräder, Rennräder, Mountainbikes und Träger) geschaffen. Seit 1. Januar 2007 sollten insgesamt 30 Länder (27 EU- und 3 EFTA-Mitgliedsstaaten) deren existierende Länderstandards durch diese europäischen EN Normen, die zur allumfassenden CEN-Norm führen, ersetzen.

Laut dem technischen Geschäftsführer des Fahrrad-Industrie-Verbandes ZIV und Vorsitzenden des TC 333, Siegfried Neuberger, hat die Mehrheit dieser Länder dies bereits umgesetzt: "Die größten Märkte haben ihre nationalen Normen ersetzt und wenden nun die CEN-Normen an. Andere arbeiten noch daran."

Das Technische Komitee TC 333 arbeitet nun an weiteren Normen. CEN-Normen für E-Bikes und eine einheitliche Terminologie sind auf dem Weg. "BMX und Fahrradanhänger werden folgen und befinden sich zur Zeit in einem frühen Entwicklungsstadium," lässt Neuberger verlauten.

Sind diese CEN-Normen gerade mal die niedrigste Ebene, auf die sich 30 Nationen einigen können? Laut Dirk Zedler, Geschäftsführer des renommierten deutschen Fahrradtestlabors Ingenieur- und Sachverständigenbüro für Fahrradtechnik Zedler, ist es wichtig anzumerken, dass "es sehr positiv ist, überhaupt Mindestanforderungen zu haben".

Das einzige Dilemma, das seiner Meinung nach besteht, ist die Tatsache, dass Normen immer hinter dem aktuellen Stand der Entwicklung hinterherhinken. Und Entwicklungen in der Fahrradwelt sind ziemlich schnell. Darüber hinaus gibt es einige Probleme mit den aktuellen CEN-Normen, sagt Zedler. Als Beispiel führt er die Prüfungen für Rennradlenker an: "Kein Rennradlenker kann die derzeitige Norm erfüllen."

Trotzdem versteht Zedler, dass das TC 333 zunächst gemeinsame Anforderungen und Normen festschreiben musste, bevor die Einzelheiten und Schwachpunkte der angekündigten CEN-Normen ausgearbeitet werden. Darum kümmert man sich, sobald die allgemeinen Normen alle umgesetzt wurden.

Neuberger selbst sieht das TC 333 als einen 'Beobachter für die Industrie'. "Wir prüfen nach und entwickeln Standards für den internationalen Markt. Da es keine Normen für den Weltmarkt gibt, können unsere Normen als 'Weltstandard' betrachtet werden. Unsere Normen sind zum Beispiel höher als die in den USA."

Neuberger und Zedler merken an, dass einige bekannte US-Fahrradhersteller eigene Prüflabore haben, die dem Stand der Technik entsprechen, nicht nur auf deren heimischen Markt, sondern auch weltweit.

"Kein europäischer Hersteller hat so ausgereifte Prüflabore wie einige der amerikanischen Premium-Marken," sagt Zedler. Dies ist auf die strengen Produkthaftungsgesetze in den USA zurückzuführen. Amerikaner sind im Allgemeinen mehr auf die Produkthaftung als auf Normen fokussiert. Trotzdem blickt die amerikanische Industrie genau auf die europäischen CEN-Normen – und das nicht nur, wenn sie ihre Produkte in Europa verkauft.

Und Hersteller im Nahen Osten bauen bereits Prüflabore, die den CEN-Anforderungen genügen. "Es macht Sinn, die Produkte dort zu prüfen, wo sie hergestellt werden," sagt Zedler. Dies ist jedoch kein "Freifahrschein" für Importeure. Sobald Importeure etwas in die EU importieren, werden sie zu Herstellern und übernehmen damit auch die volle Produkthaftung.

Autor: Jo Beckendorff
Foto: Zedler

 

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