Medienberichte und Publikationen rund um Fahrräder, Pedelecs, Technik und Sicherheit

Die häufigsten Sicherheitsrisiken, die uns in der täglichen Arbeit rund um Fahrrad-Sicherheit, -Technik und -Bedienungsanleitungen auffallen, publizieren wir auch in Artikeln in den führenden Fachmagazinen TOUR – Europas Rennrad-Magazin Nr. 1, BIKE – Das Mountainbike Magazin Europas Nr. 1 und E-Bike – Das Pedelec-Magazin, um diese für die Branche wichtigen Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch die Eurobike Show Daily, Messezeitschrift der jährlich stattfindenden Eurobike Show, gibt uns seit vielen Jahren die Möglichkeit, unsere Sicht auf wichtige Entwicklungen in der Fahrradbranche in ganzseitigen Artikeln auszuführen.

Darüber hinaus sprechen wir regelmäßig in unabhängigen Fachvorträgen über alle Bereiche der Fahrradtechnik und des Fahrradmarktes. Auch weitere Fach- bzw. Branchenzeitschriften sowie immer häufiger Radio und Fernsehen zitieren uns in ihren Medienberichten und zeigen uns, dass wir mit unseren Hinweisen genau richtig liegen. In der Rubrik AKTUELL erfahren Sie laufend alle Neuigkeiten aus unseren Fachbereichen. Diese Berichte und Publikationen sortieren wir für Sie chronologisch bzw. nach Interessensgebieten.

efahrer.chip.de 23.01.2021
Lesedauer 5 Minuten

"Das ist wirklich unmögliches Zeug": Rad-Experte warnt vor E-Bike-Nachrüstsätzen

E-Bikes sind mit durchschnittlichen Kaufpreisen von 2.400 Euro relativ teuer. Wer ein wenig Geld sparen möchte, liebäugelt daher schnell mit einem Nachrüstsatz, der sein klassisches Fahrrad in ein E-Bike verwandelt. Was simpel klingt, ist aber nicht unbedingt sinnvoll (…)

Fahrräder sind nicht für so viele Kilometer ausgelegt

Dazu kommt, dass Fahrräder mit E-Unterstützung unterm Strich viel mehr Strecke zurücklegen. „Ein Standardfahrrad ist angelegt auf eine Lebensdauer von rund 10 000 Kilometern“, erklärt der ADFC-Sprecher. „90 Prozent aller Fahrräder erreichen das gar nicht im Laufe ihrer Nutzung. Wer mit Elektromotor ausgestattet ist, kommt in zwei Jahren locker auf diese Strecke.“ Sind die Teile nicht für so viel Strecke konstruiert, droht schneller Verschleiß.

Auch Dirk Zedler muss Radfahrern den Zahn ziehen, dass sich das alte Zweirad problemlos aufrüsten lässt. Der Geschäftsführer des Zedler-Instituts für Fahrradtechnik und -Sicherheit ist Spezialist für das Prüfen von Fahrrädern und deren Bauteilen.

Nachrüstmotoren sind oft nicht zeitgemäß

Zwar bieten manche Firmen durchaus Nachrüstmotoren an, doch die großen namhaften Hersteller sind laut Zedler nicht dabei. Seine Erfahrung: Die Nachrüstmotoren sind technisch nicht auf dem Stand der Zeit. „Die Elektrofahrradtechnik hat sich in den vergangenen fünf Jahren extrem weiterentwickelt“, erklärt der Experte. „Das gilt für die Nachrüstsätze nicht in gleichem Maße. Sie fahren in der Regel nicht so angenehm und haben oft einen Haufen Marotten.“

Die Antriebssysteme seien meist deutlich einfacher gehalten, sprächen schlechter an, liefen oft nach und seien mitunter schneller verschlissen, urteilt Zedler. Was auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen wirkt, kann sich später als Enttäuschung entpuppen. „Man denkt: Ich habe mein klassisches Fahrrad und das liebe ich“, sagt Zedler. „Wenn man dann den Motor eingebaut hat und ehrlich ist, muss man zugeben, dass das Fahren oft einfach keinen Spaß macht und definitiv nicht dem Stand heutiger Elektrofahrräder entspricht.“

Gute Nachrüstsätze sind teuer

Dazu kommt, dass sich die ganze Aktion in der Regel finanziell kaum lohnt. Manche Nachrüstsätze findet man laut ADFC-Experte Filippek im Internet zwar bereits ab 150 Euro, „aber das ist wirklich unmögliches Zeug.“ Für einen High-End-Nachrüstsatz muss der Verbraucher dagegen zwischen 1500 und 1800 Euro hinblättern, sagt Dirk Zedler. „Damit liegt man schon auf der Höhe eines preisreduzierten Pedelecs, das als Komplettfahrrad im Fachhandel zu kriegen ist.“

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Auch Dirk Zedler weiß von ein paar kleineren Manufakturen, die solche nachrüstbaren Räder anbieten. „Das ist okay, wenn das Rad für einen Antrieb geprüft ist, ist die Nachrüstung technisch sinnvoll“, bestätigt er. Allerdings müsse man auch da wieder durchrechnen, ob es sich lohnt. Ein Konzept, das vor ein paar Jahren für Aufsehen sorgte, hat sich dagegen nicht durchgesetzt: Dabei sollte das normale Rad durch den ausschließlichen Austausch des Hinterrades zusammen mit dem Smartphone zum Elektrorad werden.

Sitz des Motors abwägen

Darf und soll nachgerüstet werden, stellt sich die Frage nach der Art des Motors. Neben dem Front- oder Heckmotor gibt es auch den Mittelmotor. Jeder hat seine Vor- und Nachteile, meint Filippek. Ein Motor im Hinterrad macht das Rad hinten sehr schwer und wirkt sich aufs Fahrgefühl aus. Sitzt der Motor vorn, kann das Vorderrad schon mal durchdrehen. Beim Mittelmotor ist die Belastung auf die Antriebsteile wiederum sehr hoch, was den Verschleiß erhöht.

Den Motor einzubauen sei kein Hexenwerk, sagt der ADFC-Experte. Sollte es noch einen Garantieanspruch auf das Rad geben, erlischt dieser allerdings. Fahrradprüfer Zedler rät dennoch davon ab, selbst Hand anzulegen. „Ein bisschen technische Versiertheit reicht hier nicht aus, da sollte man schon eine gewisse Ahnung und Spezialwerkzeug haben. Oft muss auch der Rahmen mechanisch bearbeitet werden.“

Wer selbst nachrüstet, muss auch haften

Gibt es mit dem Rad dann einen Unfall, etwa aufgrund von Materialversagen, kann es heikel werden. „Wenn man das Rad selbst zum Elektrofahrrad gemacht hat, kann man sich, wenn man Pech hat, an niemanden wenden“, gibt Zedler zu bedenken. „Dann muss man allein die Haftung tragen.“ So bleibt am Ende vielleicht die Überlegung, das alte Rad zu behalten und sich zusätzlich ein E-Bike zu kaufen. Gebraucht ist es immerhin noch mal günstiger. Aber Achtung, warnt ADFC-Experte Filippek: „Der Wert liegt im Akku und dem sieht man den Verschleiß nicht an. Am besten lässt man ihn beim Händler auslesen, dann weiß man in etwa, wie lange man ihn noch fahren kann.“

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Autorin: Christina Bachmann

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