Medienberichte und Publikationen rund um Fahrräder, Pedelecs, Technik und Sicherheit

Die häufigsten Sicherheitsrisiken, die uns in der täglichen Arbeit rund um Fahrrad-Sicherheit, -Technik und -Bedienungsanleitungen auffallen, publizieren wir auch in Artikeln in den führenden Fachmagazinen TOUR – Europas Rennrad-Magazin Nr. 1, BIKE – Das Mountainbike Magazin Europas Nr. 1 und E-Bike – Das Pedelec-Magazin, um diese für die Branche wichtigen Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch die Eurobike Show Daily, Messezeitschrift der jährlich stattfindenden Eurobike Show, gibt uns seit vielen Jahren die Möglichkeit, unsere Sicht auf wichtige Entwicklungen in der Fahrradbranche in ganzseitigen Artikeln auszuführen.

Darüber hinaus sprechen wir regelmäßig in unabhängigen Fachvorträgen über alle Bereiche der Fahrradtechnik und des Fahrradmarktes. Auch weitere Fach- bzw. Branchenzeitschriften sowie immer häufiger Radio und Fernsehen zitieren uns in ihren Medienberichten und zeigen uns, dass wir mit unseren Hinweisen genau richtig liegen. In der Rubrik AKTUELL erfahren Sie laufend alle Neuigkeiten aus unseren Fachbereichen. Diese Berichte und Publikationen sortieren wir für Sie chronologisch bzw. nach Interessensgebieten.

e-bike 01/2015

[begrenzt] lernfähig

Seriös, unabhängig, akribisch: Die im Magazin "Test" veröffentlichten Produkttests der Stiftung Warentest genießen in Deutschland großen Respekt. Bei Pedelecs allerdings schlugen die Wogen in den letzten Jahren hoch. Was war da los? Wir erläutern die Hintergründe und erklären, wie Sie die Arbeit der "StiWa" beim Thema Pedelec einordnen können.

Mixer und Handcremes, Marmelade und Schokolade, Haarshampoo, Geldanlagen, Waschmaschinen: Die Stiftung Warentest (StiWa) ist eine Art Gemischtwarenladen für Produkttests. Und Deutschlands Konsumenten greifen gerne dort ins Regal, wo die Berliner Verbraucherorganisation ein "Sehr gut" oder "Gut" attestiert. Die werbefreie Zeitschrift vermittelt Unabhängigkeit, mit einer Stiftung verbinden viele Wohltätigkeit – oder zumindest wenig Profitstreben.

Und: Während sich viele Magazine bei Produkttests gegenseitig mit Superlativen überbieten, traut sich die StiWa was und straft immer wieder Produkte mit dem Urteil "Mangelhaft" ab. Dabei nimmt sie in Kauf, dass so ein Urteil den Hersteller in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen kann. Klingt so weit vertrauenswürdig.


Was geschah?

Vor vier Jahren nahm die StiWa zum ersten Mal Pedelecs in größerem Stil unter die Lupe – mit erstaunlichen Ergebnissen: Den Testsieger stellte eine recht unbekannte Marke; das Modell hatte einen guten Antrieb und solide Bremsen, das Fahrverhalten war aber extrem flatteranfällig. Wie schon bei früheren Radtests schluckten die Hersteller ihren Frust über nicht nachvollziehbare Ergebnisse angesichts der Macht der StiWa jedoch hinunter.

Zwei Jahre später beurteilten die Tester 9 von 16 Pedelecs als mangelhaft. Die Gründe für die vielen Abwertungen: Rahmen- und Lenkerbrüche auf wenig sachgerechten Prüfständen, Bremsversagen sowie zu hohe Strahlung der elektrischen Antriebe, die nach StiWa-Meinung sogar den Polizei- und Rettungsfunk stören könne. Die Fahrradbranche protestierte mit nie dagewesener Vehemenz. Die Crux dabei: Die Stiftung Warentest legt ihre Prüfkriterien und Ergebnisse nicht so weit offen, dass man genau nachvollziehen könnte, wie das finale Urteil zustande kommt. Ein Hersteller-Vertreter, der ungenannt bleiben möchte, berichtet, dass jeder Hersteller, der etwa die an seinem Fahrrad im Test aufgetretenen Brüche untersuchen möchte, dieses Testrad von der StiWa kaufen und zugleich eine Erklärung unterschreiben muss, dass er das Testergebnis nicht öffentlich oder vor Gericht anzweifeln wird.

(...)

Details? manchmal unklar

Analysiert man nun den auffällig versöhnlichen Pedelec-Test von 2014 im Detail, drängen sich Fragen auf. Warum variieren die Reichweiten gleicher Antriebe bei fast gleichem Fahrradgewicht und mit nahezu identischen Reifen bei unterschiedlichen Fahrradmodellen so stark? Warum führt das Versagen eines bestimmten Bauteils bei einem Fahrradmodell zur Abwertung, bei anderen Pedelecs, an denen das gleiche Teil verbaut ist, aber nicht? Warum brechen identische Rahmen, die im Jahr zuvor versagt hatten, jetzt nicht? Und: Warum werden zwei baugleiche Pedelec-Modelle desselben Herstellers, die sich nur im Dekor und Namensschriftzug unterscheiden, im selben Test unterschiedlich bewertet?
Die grundsätzliche Arbeitsweise der StiWa klingt neutral und plausibel, hat aber wohl zumindest beim Thema Pedelec einen gewaltigen Haken: In der Kette vom Prüflabor bis zum fertigen Artikel scheint kaum mehr jemand mitzuwirken, der das Thema Pedelec über einen längeren Zeitraum ganzheitlich und professionell bearbeitet und in der Lage ist, Ergebnisse fachlich zu hinterfragen. Es drängt sich weiterhin der Verdacht auf, dass es in jedem StiWa-Test klare Verlierer geben muss; und dass die Redaktion das Thema gerne schlagzeilenträchtig aufbereitet – wobei sie sich gelegentlich vergaloppiert.

Was bleibt?

Es steht außer Frage: Viele Tests der StiWa sind von anderen Testern – so auch von E-BIKE – schlichtweg nicht zu leisten. Manche StiWa-Prüfungen gehen jedoch an den Bedürfnissen der Pedelec-Nutzer und an den Bedingungen des E-Bike-Alltags deutlich vorbei. Daher ist manches "Gut" der StiWa deutlich überbewertet und manches "Mangelhaft" schlicht nicht gerechtfertigt. Gerade in den jüngsten StiWa-Tests wurden Erfahrungen, die wir in der Redaktion und auch unsere Leser gemacht haben, teilweise auf den Kopf gestellt. Was also tun? Unser Rat: Der Weg zu einem guten Pedelec führt grundsätzlich über den seriösen Fachhandel zu einem Markenprodukt. Orientieren Sie sich an den Artikeln und Tests in E-BIKE und fahren Sie Ihre Favoriten bei einem Radhändler ausführlich Probe.

Autor: Dirk Zedler


 

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