Medienberichte und Publikationen rund um Fahrräder, Pedelecs, Technik und Sicherheit

Die häufigsten Sicherheitsrisiken, die uns in der täglichen Arbeit rund um Fahrrad-Sicherheit, -Technik und -Bedienungsanleitungen auffallen, publizieren wir auch in Artikeln in den führenden Fachmagazinen TOUR – Europas Rennrad-Magazin Nr. 1, BIKE – Das Mountainbike Magazin Europas Nr. 1 und E-Bike – Das Pedelec-Magazin, um diese für die Branche wichtigen Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch die Eurobike Show Daily, Messezeitschrift der jährlich stattfindenden Eurobike Show, gibt uns seit vielen Jahren die Möglichkeit, unsere Sicht auf wichtige Entwicklungen in der Fahrradbranche in ganzseitigen Artikeln auszuführen.

Darüber hinaus sprechen wir regelmäßig in unabhängigen Fachvorträgen über alle Bereiche der Fahrradtechnik und des Fahrradmarktes. Auch weitere Fach- bzw. Branchenzeitschriften sowie immer häufiger Radio und Fernsehen zitieren uns in ihren Medienberichten und zeigen uns, dass wir mit unseren Hinweisen genau richtig liegen. In der Rubrik AKTUELL erfahren Sie laufend alle Neuigkeiten aus unseren Fachbereichen. Diese Berichte und Publikationen sortieren wir für Sie chronologisch bzw. nach Interessensgebieten.

Eurobike Show Daily 2021
Lesedauer 3:30 Minuten

The big wobble is back

Mangelhaftes Fahrverhalten von Pedelecs ist lösbar, die Prüfroutine ist seit Jahren validiert.

Tiefeinsteiger-Pedelec, unsicheres Fahrverhalten mit einer Hand am Lenker ab 15 km/h

Tiefeinsteiger-Rahmen, Heck- oder Frontmotor und Gepäckträger-Akku – fertig war das Pedelec. Nicht einmal 10 Jahre ist es her, als Pedelec-Bau eine wirklich einfache Sache war. Die Kehrseite der Medaille war ein katastrophales, mit Gepäck im Grunde unfahrbares Fahrverhalten, gekennzeichnet durch geringe Spurtreue bei Richtungswechseln, Pendeln auf schnelleren Abfahrten bis hin zu Lenkerflattern, wenn der Fahrer den Lenker nicht mit beiden Händen fest im Griff hatte. Stürze mit erheblicher Verletzungsfolge führten zu Gerichtsverfahren und Schadenersatzzahlungen, zu Artikeln in der Fachpresse und im Ergebnis zuerst zum Umdenken der Hersteller und dann zu deutlich fahrstabileren Pedelecs.
Ein Jahrzehnt später ist alles am Pedelecfahren besser geworden. Wirklich alles? Nein! Durch die heutigen Rahmendesigns mit integrierten Akkus in Kombination mit einem sich stark verändernden Nutzerverhalten bringen Hersteller die Nutzer wieder in Gefahr. Die Geschichte beginnt sozusagen von vorne, denn die ersten Fahrer sind schon wieder unsanft zu Boden gegangen.

Als hätte die Branche nichts gelernt, wird einfach mal wieder die Konstruktion geradezu fahrlässig verändert und zudem die deutlich häufigere Mitnahme von Gepäck außer Acht gelassen. Zudem war man früher als sportlicher Rennradfahrer oder Mountainbiker auf dem Berg allein. Heute radeln Pedelecfahrer dank starker Motoren in Kombination mit großen Akkus und Lademöglichkeiten an nahezu jedem Berggasthof weit bergauf. Erst vor wenigen Tagen hat der Autor eine Gruppe älterer Herrschaften mit Tiefeinsteiger-Pedelecs auf der Bielerhöhe, dem höchsten Punkt der Silvretta-Hochalpenstraße gesehen - alle mit vollen Packtaschen.

Nicht nur unsere Branche wünscht sich mehr Fahrradverkehr und -reisen, ergo darf sich die Nutzung nicht mehr nur auf das Können aktiver Sportler beziehen. Als Industrie haben wir durch den elektrischen Antrieb nicht nur eine große Chance, sondern müssen uns auch den Herausforderungen stellen.

Tiefeinsteiger-Pedelec, sicheres Fahrverhalten mit nur einer Hand am Lenker auch bei 35 km/h und mehr

Komplexe Zusammenhänge – prüftechnisch gelöst

Ein einfacher Selbstversuch bringt Licht ins Dunkel. Versuchen Sie doch einfach einmal ein dünnes Regenfallrohr mit den Händen in sich zu verdrehen. Es wird nicht gelingen. Der Versuch mit der Dachrinne aus dem gleichen Blech wird zu einem völlig anderen Ergebnis führen.

Ganz so simpel ist es allerdings nicht, das komplexe Schwingungsverhalten von Pedelecs zu durchdringen. Dennoch ist es lösbar. Die Steifigkeit des Rahmens zu erhöhen ist grundsätzlich sinnvoll, aber noch kein Garant für gute Fahrt. Schwerpunktlage, Rahmengeometrie, Gepäckträgeranbindung, Gabel- und Laufradsteifigkeit sind weitere Faktoren, deren Zusammenspiel optimiert werden muss.

Die gute Nachricht ist, dass grundsätzlich alle Pedelecs verbessert werden können, oft sogar gravierend. Insbesondere können auch Tiefeinsteiger-Pedelecs so weit optimiert werden, dass das unerwünschte Fahrphänomen in einen sehr hohen Geschwindigkeitsbereich verschoben wird, den die meisten Fahrer sehr selten erreichen. Das Risiko, vom europaweit gültigen Produktsicherheitsgesetz, definiert als Eintrittswahrscheinlichkeit mal der Schwere des möglichen Schadens, wird so weit reduziert, dass die Risikobeurteilung guten Gewissens positiv werden kann.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass selbst ein Tiefeinsteiger mit Unterrohrakku, der mit Gepäck freihändig bereits ab gut 10 km/h böse flattert, anhand der Prüfergebnisse optimiert werden kann, dass dasselbe Phänomen erst mit 35 km/h auftritt. Mit beiden Händen am Lenker zieht solch ein Pedelec auch bei schneller Fahrt und mit Gepäck nicht nur in der Ebene, sondern auch bergab sauber und sicher seine Bahn.

Lesen Sie den Artikel in der publizierten englischen Version.

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