Medienberichte und Publikationen rund um Fahrräder, Pedelecs, Technik und Sicherheit

Die häufigsten Sicherheitsrisiken, die uns in der täglichen Arbeit rund um Fahrrad-Sicherheit, -Technik und -Bedienungsanleitungen auffallen, publizieren wir auch in Artikeln in den führenden Fachmagazinen TOUR – Europas Rennrad-Magazin Nr. 1, BIKE – Das Mountainbike Magazin Europas Nr. 1 und E-Bike – Das Pedelec-Magazin, um diese für die Branche wichtigen Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch die Eurobike Show Daily, Messezeitschrift der jährlich stattfindenden Eurobike Show, gibt uns seit vielen Jahren die Möglichkeit, unsere Sicht auf wichtige Entwicklungen in der Fahrradbranche in ganzseitigen Artikeln auszuführen.

Darüber hinaus sprechen wir regelmäßig in unabhängigen Fachvorträgen über alle Bereiche der Fahrradtechnik und des Fahrradmarktes. Auch weitere Fach- bzw. Branchenzeitschriften sowie immer häufiger Radio und Fernsehen zitieren uns in ihren Medienberichten und zeigen uns, dass wir mit unseren Hinweisen genau richtig liegen. In der Rubrik AKTUELL erfahren Sie laufend alle Neuigkeiten aus unseren Fachbereichen. Diese Berichte und Publikationen sortieren wir für Sie chronologisch bzw. nach Interessensgebieten.

Eurobike Show Daily 2010 - Tag 3

Weiterbildung und Kommunikation – Die neuen Chancen der Fahrradbranche

Die Fahrradbranche durchläuft einen schnellen Wandel. Nicht nur die technischen Innovationen diktieren ein schnelles Tempo, sondern auch die Kundschaft, deren Anspruch an das Produkt Fahrrad immer höher wird. Höchste Zeit sich dafür richtig aufzustellen.

Jahr für Jahr markiert die Eurobike den Kehraus in der Fahrradbranche. Händler und Hersteller ziehen Bilanz der abgelaufenen Saison, die Zusammenarbeit wird besprochen und der Blick in die nächste Saison gewagt. Für die Branche ist die Messe am schönen Bodensee daher seit Jahren der wichtigste Fixpunkt im Kalender.

Abseits von Preispunkten, Margen, Volumenrabatten und Valuta gibt es bei den großen, aber insbesondere auch bei den kleinen Herstellern eine Menge Neuigkeiten zu entdecken. Im Jahrestakt werden die Fahrräder nicht nur immer leichter, sie werden vor allem immer technischer und immer vielfältiger.

Als vor rund 25 Jahren der Mountainbike- und der Triathlonboom aus den USA nach Europa schwappten, weckten die Fahrräder mit den breiten Stollenreifen und die mit den komischen Liegelenkern die gesamte Fahrradbranche Europas aus dem einige Jahrzehnte andauernden Dornröschenschlaf. Innovation bedeutete bis dato oft genug neue Muffenformen, verchromte Hinterbaustreben und Löcher in den Kettenblättern, oft genug aber nur neue Farben. Sportliche Fahrräder aus der Mitte der Achtziger sahen im Wesentlichen genauso aus, wie jene aus den Fünfzigern. Alltagsräder waren am Tiefpunkt, die Qualität schlechter als nach dem zweiten Weltkrieg. So muffig die Produkte, so gering war das Ansehen der Branche.

Diese Tage sind vorbei: Stahl ist passé, Aluminium und der High-Tech Werkstoff Carbon, je nach Fahrradtyp, der Standard. Eine Plattitüde, doch bei weitem nicht jeder in der Branche hat realisiert, dass dieser Wandel grundsätzlicher und tiefgreifender ist als gedacht. Das Fahrrad ist längst kein Produkt mehr, das auf dem technischen Niveau einfacher Schlosserarbeiten, der noch nicht allzu lange vergangenen Tage, ist. Das Fahrrad entwickelt sich immer schneller weiter, der Vorsprung hochentwickelter Industrien, z.B. der Automobilindustrie, wird kleiner. Konnte man die Ingenieure in der Fahrradbranche Europas Anfang der Neunziger Jahre fast noch an zwei Händen abzählen, so unterhalten die Firmen, die das Fahrrad heutzutage weiterbringen, wahre Technikstäbe.

Branchenteilnehmer sind gut beraten, aus den eigenen vier Wänden rauszugehen, sich weiter zu bilden und offen mit ihresgleichen zu kommunizieren, sonst sind sie von den Entwicklungen schnell abgehängt.

Wohin gehen?

Erfreulich ist, dass in jüngster Zeit eine Reihe von Veranstaltungen gegründet wurden, die den Bogen von Schulungsveranstaltungen für Händler, über Arbeitskreise für Forscher und Entwickler bis hin zu Kongressen für die gesamte Branche, spannen. Allen gemeinsam ist, dass diese, wie die Eurobike, Verschnaufpausen im Alltagsgeschäft sind und daher wichtige Impulse liefern, die sich, trotz teils saftiger Teilnahmegebühren, im weiteren Verlauf des Jahres definitiv auszahlen.

Produktschulungen, sei es von den Komponentenriesen wie Shimano, Sram oder Campa, Markenzulieferern wie Fox, Magura oder Rock Shox oder von den Fahrradmarken, die im Shop stehen, sollten für Händler Pflicht sein und das nicht nur für den Chef eines Ladens. Diese Veranstaltungen bieten Argumente für den Verkauf, vor allem aber Know-How im Umgang, bei der Wartung und bei der Reparatur. Nicht selten stellt sich manches Problem des Werkstattalltags tatsächlich als Routineaufgabe dar, vorausgesetzt man kennt die Kniffe und hat das passende Spezialwerkzeug zur Hand.

Workshops richten sich an Fahrradentwickler und Forscher. Hier ist ein Blick ins Programm wichtig, ob das Thema relevant und die Ansprache die richtige ist. Der inzwischen arrivierte Fahrrad Workshop des Deutschen Verbands für Materialforschung und -Prüfung e.V., kurz DVM, bietet in den eineinhalb Tage dauernden Veranstaltungen hochkarätige Referenten aus Theorie und Praxis. Zuletzt thematisierte der Workshop in den Vorträgen und Diskussionsrunden "Prüfverfahren und Qualitätssicherungsmethoden unter Berücksichtigung von CFK-Werkstoffen" und war mit Sicherheit die diesbezüglich tiefgründigste Veranstaltung der gesamten Fahrradbranche. Im Februar 2011 ist der nächste Workshop mit dem Thema "Sicherheit von Elektrofahrrädern" angesetzt.

In die gleiche Richtung zielt die Fahrradentwickler-Konferenz, die parallel zu Bike Expo in München veranstaltet wurde. Die Erstlingsveranstaltung war hinsichtlich der Ausrichtung noch etwas diffus, das Programm für das kommende Jahr steht noch nicht fest.

Einen im weiteren Sinne ähnlichen Charakter hat der Bike Brainpool. Dessen Mitglieder treffen sich zwei- bis dreimal im Jahr, jedoch nicht um über Technik, sondern um über die Förderung des Fahrradfahrens zu sprechen. Als Kommunikationsplattform angelegt, sollen Ideen, über die Firmen- und Verbandsgrenzen hinaus, generiert und später außerhalb umgesetzt werden.

Der Kongress Vivavelo bedient interessierte Zuhörer von den Ideen zur Förderung des Radverkehrs, künftigen Mobilitätskonzepten, über Verkaufsstrategien, bis hin zu Technik und Prüfverfahren. Vorträge und Podiumsdiskussionen vor dem gesamten Publikum, sowie Workshops in kleineren Gruppen wechselten sich ab. Im Gegensatz zu den reinen Branchenveranstaltungen waren auch Vertreter aus der Regierung und der Parteien geladen. Der alle zwei Jahre angesetzte Kongress für Hersteller und Händler wurde gezielt in Berlin veranstaltet, um ein Zeichen an die Politik zu senden.

Die Branche muss erwachsen werden

Engineering statt basteln, Kommunikation statt Isolation und Weiterbildung statt festhalten an Althergebrachtem. Nur wenn alle Teilnehmer der Fahrradbranche über den Tellerrand schauen, entwickelt sich das Fahrrad im Gesamten weiterhin positiv. Es sind nicht nur die Herausforderungen der Technik und des Marktes, sondern die Veränderungen der Gesellschaft, für die sich die Branche solide aufstellen muss. Attraktive Produkte, guter Service und eine solide Lobbyarbeit müssen Hand in Hand gehen, damit mehr Rad gefahren wird. Die Branche entwächst dem Schattendasein, gute Veranstaltungen bieten die Basis, mit Leben füllen können es jedoch nur die Teilnehmer.

Kurz und knapp:

Produktschulungen: Infos hierzu gibt es bei den jeweiligen Herstellern.

Technik Workshop des DVM, wechselnde Standorte: www.dvm-berlin.de

Fahrrad-Entwicklerkonferenz, München: www.bike-conference.com

Kommunikationsplattform Bike Brainpool für Entscheider der Branche, wechselnde Standorte: www.bikebrainpool.de

Vivavelo Branchenkongress für Hersteller und Händler, Berlin: www.vivavelo.org

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