Medienberichte und Publikationen rund um Fahrräder, Pedelecs, Technik und Sicherheit

Die häufigsten Sicherheitsrisiken, die uns in der täglichen Arbeit rund um Fahrrad-Sicherheit, -Technik und -Bedienungsanleitungen auffallen, publizieren wir auch in Artikeln in den führenden Fachmagazinen TOUR – Europas Rennrad-Magazin Nr. 1, BIKE – Das Mountainbike Magazin Europas Nr. 1 und E-Bike – Das Pedelec-Magazin, um diese für die Branche wichtigen Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch weitere Fach- bzw. Branchenzeitschriften sowie immer häufiger Radio und Fernsehen zitieren uns in ihren Medienberichten und zeigen uns, dass wir mit unseren Hinweisen genau richtig liegen.

In der Rubrik AKTUELL erfahren Sie laufend alle Neuigkeiten aus unseren Fachbereichen. Diese Berichte und Publikationen sortieren wir für Sie chronologisch bzw. nach Interessensgebieten.

RadMarkt, 08/2006

Karriere oder Knick

Der Werkstoff Carbon hat es in sich – Problemfelder in der Praxis

Intensiv setzt sich das Ingenieur- und Sachverständigenbüro Zedler, Ludwigsburg, mit Bauteilen aus Karbon auseinander (...). Dirk Zedler hat zu Problematiken im unsachgemäßen Umgang mit dem Verbundwerkstoff wiederholt auf dem Kongress Fahrrad.Markt.Zukunft. referiert (der RadMarkt berichtete). Hier zeigt Zedler noch einmal die schwerwiegendsten Fehlermöglichkeiten auf, die aus seiner Sicht in der Praxis immer wieder zu Problemen führen.

Sattelstütze – Rahmen:
Versagensfall: Sattelstützen werden im Rahmen zerquetscht und brechen schlussendlich ab.
Die CFK-Sattelstützen sind in der Regel lackiert und das Material ist generell druckempfindlich. Dies führt dazu, dass die Sattelstützenklemme des Rahmens stark angezogen werden muss, bis die glatte Stütze klemmt. Dabei wird das Material unsachgemäß belastet, das Rohr wird geschädigt.

Abhilfe: Reibung zwischen Stütze und Rahmen erhöhen, dadurch werden geringere Drehmomente erforderlich. Niemals Fett verwenden, Rahmen sorgfältig entfetten. Dynamic-Montagepaste verwenden.

 

Laufrad- bzw. Felgenmaterial – Bremsbelag:
Problem: Das Bremsverhalten von Carbonfelgen ist oft stotternd und zeitweilig sehr aggressiv. Bei Nässe fällt die Reibung sehr stark ab. Bei langen Passabfahrten führt die Hitzeentwicklung mitunter zum Auflösen der Bremsoberflächen.
Die Oberfläche ist nicht glatt und kann keine Wärme ableiten, wie dies Aluminium tut. Bei Nässe findet kein Abrieb statt, die Beläge rutschen über die Harzoberfläche.

Abhilfe: Die lackierten oder aus Harz bestehenden Oberflächen erfordern spezielle Carbon-Bremsbeläge. Diese müssen sorgfältig abgestimmt bez. ausgesucht werden. Hinsichtlich der Nässeproblematik und der Hitzeempfindlichkeit müssen die Hersteller dringend Ihre Hausaufgaben machen.

Lenker – Vorbau:
Versagensfall: Rennlenker werden im Vorbau zerquetscht und brechen schlussendlich ab.
Die CFK-Lenker sind in der Regel lackiert. Dies führt dazu, dass die Vorbauklemmung stark angezogen werden muss, bis der Lenker verdrehsicher geklemmt ist. Dabei wird das druckempfindliche Material unsachgemäß belastet, das Rohr wird geschädigt.

Abhilfe: Durchmesser müssen bis auf ein zehntel Millimeter genau passen, Deshalb am besten Lenker und Vorbau von einem Hersteller. Absolut fettfrei montieren, Dynamic-Montagepaste auf Lenker und Vorbau bringen. Mit Drehmomentschlüssel, beginnend bei sehr geringen Anfangsmomenten montieren - Verdrehkontrolle. In kleinen Schritten Moment steigern bis der Lenker verdrehsicher ist.

 

MTB-Lenker – Griffe und Lenkerhörnchen
Problem: Lenker brechen an Stellen, wo Griffe und Hörnchen montiert sind.
Neben den zuvor beschriebenen Fakten liegt dies oft auch daran, dass die Anbauteile nicht im Bereich von Verstärkungen angebracht werden.

Abhilfe: Lenkerhörnchen nur auf Carbonlenker montieren, die spezielle Verstärkungen aufweisen oder mit Hülsen verstärkt werden können. Dynamic-Montagepaste verwenden um geringere Anzugsmomente möglich zu machen. Carbon MTB-Lenker nicht kürzen, weil oft Verstärkungen für Bremsgriffe, Hörnchen integriert sind. Die Hersteller müssen Kennzeichnungen anbringen, wo Teile montiert werden dürfen.

Autor: jk/dz
Fotos: Zedler