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Eine reale Gefahr
Das diese Sorge nicht übertrieben ist, bekräftigt Dirk Zedler, Sachverständiger für Fahrräder und E-Bikes und Geschäftsführer des Zedler-Instituts für Fahrradtechnik und -Sicherheit. Für ihn ist der Leistungswettlauf existenziell: „Das aktuelle Wettrüsten ist einer der großen Gefahren, die die Existenz der gesamten europäischen Radwirtschaft bedrohen“, erklärt er.
Der Fahrradstatus sei lediglich eine Ausnahmeregelung – samt aller Freiheiten von der Radwegnutzung bis zur Befahrung von Waldwegen. „Wird der Fahrradstatus durch Tuning und Leistungswahn entzogen, dann drohen Typgenehmigung, Helmpflicht und Versicherungszwang“, warnt auch er.
Entscheidend sei für ihn bei der Klassifizierung die Masse: In allen physikalischen Gesetzen – vom Impuls beim Unfall bis zur Hangabtriebskraft – steckt das Gewicht. 400 bis 800 Kilogramm schwere Fahrzeuge auf der Radinfrastruktur gefährdeten genau jene „geringe Betriebsgefahr“, die dem Fahrrad seinen rechtlichen Sonderstatus überhaupt erst sichere.
Wie viel Leistung dagegen zum Menschen passe, lasse sich durchaus beziffern, meint Zedler und verweist auf das Belastungs-EKG beim Arzt: Ein durchschnittlich schwerer Mann mit gut 85 Kilogramm trete dort bis etwa 250 Watt, Radprofis hielten über eine halbe Stunde 400 Watt, Sieger an die 500 Watt – bei deutlich geringerem Körpergewicht. „Meiner Ansicht nach sollte man sich beim klassischen EPAC an diesen Werten orientieren, sonst gelangt man in den Bereich Kraftfahrzeug“, erklärt er. Dass die Politik den Status tatsächlich antasten könnte, hält er für real – schließlich werde er von der EU alle paar Jahre überprüft. Erste Risse zeigen sich bereits – etwa bei der Helmpflicht für einzelne Elektrokategorien in den Niederlanden. Seine historische Warnung sitzt: „Ältere unter uns wissen, wie das Mofa samt den dazugehörigenden Firmen verschwand. Genau das Schicksal droht der europäischen Fahrradwirtschaft.“
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Autor: Werner Müller-Schell
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