Dreiräder galten als Kurvencrasher – heute fahren Kunden darauf ab
Gretel etwa hat eine mechanische Antriebsstabilisierung, laut Hersteller eine Eigenentwicklung. Die Antriebskraft wird demnach mit zwei Trommelbremsen auf die Starrachse übertragen, was in Kurven das äußere Rad abbremst. Der Effekt werde größer, je schneller man fahre. Dirk Zedler, Sachverständiger für Fahrräder und Elektrofahrräder, saß in der Jury, die Gretel ausgezeichnet hat. »Ich habe es beim Testen geschafft, den Kippmoment in Kurven zu erreichen«, sagt er. Gretel kippt also nicht niemals, sie kippt nur später.
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»Drei Millionen Menschen gehen in den nächsten Jahren in Deutschland in Rente«, sagt Alex Hülsmann, Marketingmanager der Marke. Und die wollten in Bewegung bleiben – vor allem von dieser Gruppe erhofft sich die Branche Wachstum.
Radexperte Zedler sieht hier auch die große Stärke von Dreirädern für Ältere: »Ich kann solide losfahren von null km/h an. Egal wie langsam ich fahre, ich schlingere nicht, ich falle nicht runter.«
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Ein Hindernis für den Boom ist allerdings ein Faktor, den die Branche selbst kaum beeinflussen kann: die Infrastruktur. Denn ein Rad ist nur so gut wie die Wege, auf denen es fährt. Und streckenweise sind Radwege viel zu schmal gebaut, als dass sich zwei breite Räder komfortabel begegnen könnten. Woanders stehen Poller vor Radwegen, die so eng gesetzt sind, dass man mit Lastenrädern kaum hindurchkommt. »Gerade im Berufsverkehr kann das ganz schön eng werden«, sagt Dirk Zedler. Dann heißt es: gut peilen! Und die breiteste Stelle seines Rads gut kennen. Vor allem, wenn sie nicht im Blickfeld liegt.
Autorin: Lena Frommeyer
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