Medienberichte und Publikationen rund um Fahrräder, Pedelecs, Technik und Sicherheit

Die häufigsten Sicherheitsrisiken, die uns in der täglichen Arbeit rund um Fahrrad-Sicherheit, -Technik und -Bedienungsanleitungen auffallen, publizieren wir auch in Artikeln in den führenden Fachmagazinen TOUR – Europas Rennrad-Magazin Nr. 1, BIKE – Das Mountainbike Magazin Europas Nr. 1 und E-Bike – Das Pedelec-Magazin, um diese für die Branche wichtigen Informationen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch die Eurobike Show Daily, Messezeitschrift der jährlich stattfindenden Eurobike Show, gibt uns seit vielen Jahren die Möglichkeit, unsere Sicht auf wichtige Entwicklungen in der Fahrradbranche in ganzseitigen Artikeln auszuführen.

Darüber hinaus sprechen wir regelmäßig in unabhängigen Fachvorträgen über alle Bereiche der Fahrradtechnik und des Fahrradmarktes. Auch weitere Fach- bzw. Branchenzeitschriften sowie immer häufiger Radio und Fernsehen zitieren uns in ihren Medienberichten und zeigen uns, dass wir mit unseren Hinweisen genau richtig liegen. In der Rubrik AKTUELL erfahren Sie laufend alle Neuigkeiten aus unseren Fachbereichen. Diese Berichte und Publikationen sortieren wir für Sie chronologisch bzw. nach Interessensgebieten.

Offenburger Tagblatt, 04.11.1994

Sachverständiger fordert mehr Sicherheit rund ums Rad

Technische Fehler sind oft die Ursache für Unfälle

Stuttgart (lsw). "Würden Sie es etwa akzeptieren, wenn bei Ihrem Auto bei Nässe die Bremsen versagen? Oder wenn das Licht ausgeht, sobald Sie anhalten?" Die meisten Menschen nähmen solche Mängel an ihrem Fahrrad einfach hin. Dirk Zedler kann das nicht verstehen. Er ist seit August der erste öffentliche bestellte Sachverständige für Fahrräder in Baden-Württemberg. Vereidigt hat ihn die IHK Stuttgart.

Noch zählen er und seine Handvoll Kollegen bundesweit zu den "Exoten" unter den Sachverständigen. Weder besondere Richtlinien noch Prüfungskommissionen für ihre Zulassung gibt es. In den nächsten Jahren wird sich das ändern; davon ist der 32-jährige Zedler überzeugt. Für ihn ist das Rad das Nahverkehrsmittel der Zukunft - nur viel sicherer müsse es noch werden.

Über 70000 Radfahrer verunglücken jährlich in Deutschland. Allein in Baden-Württemberg wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes 1993 rund 7500 Radfahrer verletzt oder getötet. Jeder dritte Unfall war ein Alleinunfall eines Radlers. Unfallursache ist nach Angaben des Experten oft technisches Versagen: Oft genug brechen Lenker, Kurbeln oder Gabeln - "und das bei dem heutigen Stand der Technik". Zedler kann über die technische Ausstattung vieler Zweiräder nur den Kopf schütteln. Viele Materialfehler seien von außen nicht zu erkennen. Auch bei teuren Fahrrädern komme es daher zu schlimmen Stürzen.

Der Ingenieur für Maschinenbau schildert einen aktuellen Fall: Beim Fabrikneuen Fahrrad einer Frau war die Gabel leicht verzogen: ein Produktionsfehler und zunächst ohne Auswirkungen, bis deshalb die Vorderbremse von der Felge abrutschte. Die Bremse geriet zwischen die Speichen und blockierte das Vorderrad. Beim Sturz über den Lenker verletzte sich die Fahrerin schwer. Wegen der hohen Klinik- und Verdienstausfallskosten streiten sich nun Versicherung und Fahrradhersteller.

Bisher wurden zu einem solchen Fall weitgehend sachfremde Gutachter hinzugezogen. Nun rekonstruiert Zedler als Fahrrad-Sachverständiger die Unfallursache. Er erstellt Gutachten und bestimmt bei Bedarf auch den Wiederbeschaffungswert verbeulter Stahlrösser. Zedler hat dazu in seiner Werkstatt teures Spezialwerkzeug. Damit kann er kleinste Unregelmäßigkeiten an Fahrradrahmen und -teilen nachweisen. Gelegentlich habe er schon Hersteller auf solche Mängel aufmerksam gemacht.

Leben kann er von seiner Gutachtertätigkeit nicht. Zedler arbeitet normalerweise für eine große deutsche Rennradzeitschrift. Aber seine Aufgabe macht ihm Spaß. Dem begeisterten Radfahrer geht es "um die Sache". Sein größtes Anliegen sind verbesserte Sicherheitsbestimmungen für Fahrräder. Sein Wunsch wäre eine Art neutraler "TÜV". "Die Anforderungen der DIN-Nummer 79100 für Fahrräder reichen nicht aus. Außerdem wird jeweils nur ein Musterrad geprüft - und das nicht einmal von einem neutralen Prüfer, sondern vom Hersteller selbst." Das ärgert Zedler. Die Industrie sei viel zu träge. "Ich fürchte, die wachen erst auf, wenn mal was ganz Schlimmes passiert ist."

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