Im April dieses Jahres nahmen 20 Fachleute aus der Fahrradbranche, Kfz-Sachverständige sowie Außenregulierer von Versicherungen an einer zweitägigen „Advanced“-Schulung des Zedler-Instituts teil. Ziel der Veranstaltung war es, das Wissen und die Fachkompetenz der Teilnehmenden in der Begutachtung moderner Fahrradtypen, insbesondere von E-Bikes und Transportfahrrädern, zu vertiefen. Besonderes Augenmerk lag auf der Analyse und Beurteilung von Motoren und Akkus moderner EPAC-Systeme sowie der Prüfung von Carbon-Bauteilen.
Das Thema der Schulung ist aktuell besonders relevant, da in den letzten Wochen die steigende Zahl tödlicher Fahrradunfälle in den Medien thematisiert wurde. Zwar gehen die meisten der über 100.000 jährlich registrierten Fahrradunfälle glimpflicher aus, doch in vielen Fällen wird die Schadenregulierung aufgrund eines Mangels an qualifizierten Fahrrad-Sachverständigen zu einer langwierigen und oft frustrierenden Erfahrung für die Betroffenen.
Die Begutachtung moderner Fahrräder stellt dabei besondere Anforderungen, die über das übliche Vorgehen in der Kfz-Branche hinausgehen. Dies betrifft nicht nur die technische Analyse, sondern auch die präzise und nachvollziehbare Dokumentation für Auftraggeberinnen, Versicherer und Juristinnen sowie die Einordnung der relevanten Marktwerte zur Schadenregulierung.
Der Kurs sollte verdeutlichen, dass ein bloßes Übertragen von Kfz-Praktiken auf die Fahrradtechnik weder den modernen Fahrrädern noch den spezifischen Anforderungen des Fahrradmarkts gerecht wird. Eine fundierte Kenntnis der Fahrradbranche und der relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen ist daher entscheidend, um gutachterliche Stellungnahmen zu erstellen, die sowohl praxisnah als auch rechtssicher sind.